Heilpraxis/Tabubruch: Sollte man das Trinken von Alkohol mit seinen Kindern üben?
- Andreas Gersch
- 14. Feb. 2016
- 2 Min. Lesezeit
Obwohl nahezu alle Eltern das Thema kennen, beinahe jeder es tut und damit im Alltag konfrontiert wird, ist es immer noch ein großes Tabu-Thema.
Professor Klaus Hurrelmann ist Erziehungswissenschaftler an der Hertie School of Governance in Berlin. Seiner Meinung nach, sollte in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden.
Viele Kinder fangen schon mit 13 Jahren oder früher an, Alkohol zu trinken. Nicht selten enden diese Abende über der Kloschüssel oder noch schlimmer - im Krankenhaus.
Die meisten Eltern sind sich im Bezug auf ihre Kinder im Umgang mit Alkohol nicht sicher. So bleibt es häufig nur bei guten Ratschlägen wie: "Trink nicht so viel", oder "Du weißt, dass Alkohol nicht gut für dich ist."
Diese Ratschläge seien zwar gut gemeint, doch Kinder und Jugendliche müssten ihre eigenen Erfahrungen mit Alkohol machen, so Hurrelmann. Wieso dann nicht gemeinsam mit den Eltern?
Zwar ist Alkohol generell erst ab 16 Jahren erlaubt und Hochprozentiges erst ab 18 Jahren, aber in der Realität sieht es anders aus und das wissen Kinder, Jugendliche, sowie ihre Eltern ganz genau.
Bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Feiern, Familientreffen zum Beispiel wird in den meisten Familien Alkohol konsumiert. Laut Hurrelmann sollten Eltern mit ihren Kindern über Alkohol sprechen, ein bestimmte Menge festlegen und so an das Thema herantasten lassen - in einem sicheren und geschützten Rahmen.
Alkohol ist eine legale Droge und sie umgibt uns überall. Sie ist immer verfügbar und gehört zu unserem täglichen Leben dazu.
Einen gesunden Umgang damit zu erlernen sei ein notwendiger Schritt.
Natürlich gibt es viele Jugendliche, die sich für Alkohol überhaupt nicht interessieren. Man sollte niemanden zum "Üben" drängen, oder das Thema in einen besonderen Fokus stellen, wenn es eigentlich keinen Anlass gibt.
Das Thema Alkohol bei Kindern ist hochsensibel und in vielen Kreisen - auch bei Experten - umstritten. Doch über Alkohol gar nicht zu sprechen, ist keinesfalls die Lösung.
Quelle: Heilpraxis.net
http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/sucht-eltern-sollten-mit-ihren-kindern-den-umgang-mit-alkohol-ueben-2016021957114



















Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol in der Familie erfordert mehr als bloße Verbote. Es geht darum, die biologischen Prozesse zu verstehen, die das Heranwachsen prägen. Neben der sozialen Komponente spielt die Aufrechterhaltung fester Strukturen und eines gesunden Schlafrhythmus eine zentrale Rolle, weshalb Experten raten, tägliche Routinen präzise zu takten. Hilfe dazu findet man unter diesem Link zur besseren Organisation des Alltags.
Der präfrontale Cortex und die Konditionierung
Aus neurobiologischer Sicht ist die Entwicklung des Gehirns erst Mitte zwanzig vollständig abgeschlossen. Besonders der präfrontale Cortex, der Sitz der Exekutivfunktionen, reagiert empfindlich auf äußere Reize. Wenn Eltern versuchen, das Trinken mit ihren Kindern zu „üben“, greifen sie ungewollt in das Dopaminsystem ein. Diese frühzeitige Exposition kann die Schwelle für Belohnungsreize dauerhaft verschieben,…